07. November 2011 von annaneumaier netmethods2011 0

Die Rezeption religiöser Online-Angebote erforschen – eine praxeologische Perspektive

Die Analyse der medialer Angebote, ihrer Beschaffenheit und implizit oder explizit vermittelter Inhalte ist ein zentrales Thema der Forschung zu Religion im Internet, das im NOWETAS-Workshop mit verschiedenen Inputs behandelt wurde. Daneben kann aber bei der Arbeit zu “Religionswissenschaft zwischen 0 und 1“ eine weitere Fragestellung relevant werden: die nach der Rezeption und Aneignung der Online-Inhalte durch ihre Nutzer. Unter der Perspektive einer praxeologischen Rezeptions- und Aneignungsforschung stellte Dr. Alexander Geimer eine mögliche Herangehensweise an Forschungsfragen rund um solche Aneignungsprozesse vor. Ich möchte im Folgenden vor allem diesen Ansatz einführend skizzieren. In Ergänzung dazu werde ich abschließend auf die Anwendung dieses Ansatzes bei der Rezeptionsforschung zu Online-Inhalten eingehen und hier einige Punkte aufwerfen, die mir besonders zentral erscheinen. [1]

Praxeologische Rezeptions- und Aneignungsforschung

Welche grundlegenden Ideen beinhaltet das Konzept der praxeologischen Rezeptions- und Aneignungsforschung? Forschungsfeld dieses Ansatzes sind die Prozesse, mit denen sich Menschen mediale Inhalte bzw. ein mediales Angebot aneignen – etwa, wie in den Forschungen des Referenten, Kino-Blockbuster.

Der Fokus auf Filmrezeption

Filme sind allgegenwärtiger Bestandteil unserer Alltagskultur – nicht nur, indem wir sie sehen, sondern auch, indem wir darüber sprechen oder andere Bestandteile unserer Kultur Bezug auf sie nehmen. Nach den Grundfragestellungen der praxeologischen Rezeptions- und Aneignungsforschung interessiert aber nicht der Film als mediales Produkt mit seiner Machart oder seinen Aussagen; im Mittelpunkt steht vielmehr die Bezugnahme von Menschen auf Filme – etwa „Was machen Jugendliche mit Filmen? Was machen Filme mit Jugendlichen? Was lassen Jugendliche durch Filme mit sich machen?“ (Geimer 2010, 16)

Zum Begriff der Aneignung

Dabei wendet sich der Ansatz gegen einen weiten Begriff der Aneignung, der geradezu jede Form der Einbindung von Filmen oder medialen Inhalten in den Alltag meint, ganz unabhängig davon, wie diese verarbeitet werden – intensiv oder oberflächlich, bewusst oder unbewusst, reflektierend oder hinnehmend. Er plädiert dagegen für einen eng definierten Aneignungsbegriff, der beinhaltet, dass Film und Rezipienten so miteinander interagieren, dass „habituell verankerte Orientierungen in bedeutenden Komponenten verändert werden“ (ebd., 13, Herv. i. Orig.). Diese Idee einer produktiven Aneignung ist also vor allem dadurch gekennzeichnet, dass sie „die Anschlussfähigkeit eigener, für die Alltagspraxis existenziell relevanter Wissensbestände an eine filmisch inszenierte und in der ästhetischen Struktur repräsentierte Praxis“ (ebd., 27) herstellt. Dieser Fokus hat auch zur Folge, dass die empirische Arbeit in diesem Bereich einem qualitativ-rekonstruktiven Ansatz folgt.

Zur methodischen Herangehensweise

Warum und wie Jugendliche Filme schauen, und welche Relevanz diese für ihren Alltag haben, sind Fragen, die sich in ihrer Tiefe nicht mit quantitativ-standardisierter Forschung erheben lassen. Wurde vor allem zwischen den Weltkriegen im Bereich der Medienrezeptionsforschung noch vor allem nach Manipulation von Massen durch Medien gefragt – und dies standardisiert Forschung, mittels Befragungen und Experimenten – setzte sich schon bald nach dem zweiten Weltkrieg die Idee eines spezifischen Zuschauers mit spezifischem Rezeptionskontext durch. Mit der „Fokussierung von Wechselwirkungen zwischen Medium und Rezipient, die beide gleichermaßen als ‘Interaktions’-Partner im Prozess der Bedeutungskonstitution zu verstehen sind“, (ebd., 26) lässt sich die Gemeinsamkeit neuerer Ansätze aus den Kultur- und Sozialwissenschaften sowie der Psychologie zusammenfassen.

Drei unterschiedliche Ansätze zur Filmrezeption

Die praxeologische Rezeptions- und Aneignungsforschung lässt sich vor allem in Bezug auf bzw. in Abgrenzung zu drei anderen Ansätzen zur Zuschaueraktivität in der Filmrezeption charakterisieren: Die kognitive Filmpsychologie, die systemtheoretische Rezeptionsforschung und die Diskurs- bzw. Aneignungsforschung in den Cultural Studies. Alle drei Ansätze können eigenen Fragestellungen sinnvoll nachgehen, die praxeologische Perspektive auf die Film-Zuschauer-Interaktion bietet aber entsprechend für die hier vorgestellten Fragestellungen nach Meinung ihrer Vertreter den sinnvollsten Zugang.

Unter dem Label der kognitiven Filmpsychologie verbergen sich verschiedene Ansätze, denen aber gemeinsam ist, sich im Kern mit der „Beleuchtung der Prozesse des Filmverstehens ausgehend von grundlegenden psychischen und invariablen Merkmalen der menschlichen Wahrnehmung und Informationsverarbeitung“ (ebd., 64) zu beschäftigen. Sie nehmen daher vor allem die direkte Situation, in der Filme geschaut und verstanden werden, in den Blick, und konzentrieren sich auf solche Verstehensprozesse, die unabhängig von spezifischen Rezipienten funktionieren bzw. versuchen, Rezeptionsprozesse ausgehend von grundsätzlichen kognitiven Voraussetzungen des Filmerlebens zu beschreiben und zu erklären. Durch die Annahme, dass die Schemata, nach denen Filme strukturiert sind, die gleichen sind wie jene, anhand derer im Prozess der Rezeption Sinn hergestellt wird, können in diesem Ansatz Film- und Rezipientenanalyse zusammenfallen. Aus der Sicht einer praxeologischen Rezeptions- und Aneignungsforschung kann diesen Ansätzen also zum Vorwurf gemacht werden, diese Schemata in ihrer Bedeutung überzubewerten, da sie sowohl die spezifischen Eigenschaften des Rezipienten als auch die seines Kontextes und deren Wirkung auf die Aneignungsleistung vernachlässigen.Auch die Weiterverarbeitung von medialen Inhalten im Alltag zu Zuschauers oder -hörers muss hier außen vor bleiben.

Die systemtheoretische Rezeptionsforschung betont vor allem den individuellen Aspekt der Interpretation eines Medienproduktes durch ein Bewusstseinssystem. Ausgehend von der Luhmannschen Leitunterscheidung von System und Umwelt wird die Idee von psychischem System (Bewusstsein) und sozialem System (Kommunikation) entwickelt, die einerseits in sich geschlossen operieren, andererseits sich wechselseitig prägen. Im Anschluss daran wird Medienrezeption und -verarbeitung strikt unterschieden: Die Rezeption findet im Bewusstseinssystem statt, die Verarbeitung im System der Kommunikation. Die Rezeption im Bewusstseinssystem ist dabei ein aktiver Interpretationsprozess, der insofern als subjektabhängig beschrieben werden muss, als dass er in einem geschlossenen Bewusstseinssystem stattfindet. In der systemtheoretischen Rezeptionsforschung liegt also insgesamt ein starker Fokus auf dem Rezipienten, deutlich weniger (als beispielsweise bei den Ansätzen der kognitiven Filmpsychologie) auf dem Medienprodukt, das rezipiert wird. Bei der empirischen Arbeit hat dies zur Folge, dass das mediale Angebot selbst nicht oder kaum untersucht wird, sondern nur vermittelt über die Rezeptionsprozesse darauf zugegriffen wird. Zentral ist darüber hinaus der Fokus auf „intrapsychische Prozesse der Aushandlung von Bedeutung“ (ebd., 76). Was dabei verloren geht, ist die soziale Einbettung des Rezipienten: Fokussiert wird ausschließlich auf den einzelnen Medienkonsumenten, nicht aber auf seine kulturelle, milieuspezifische oder institutionelle Einbindung. Dies ist insofern grundlegend kritisch, als dass Identitätsbildung anhand von Medienkonsum eigentlich nie als isoliert-individuelle Aushandlung verläuft, darüber hinaus vermag der Ansatz naheliegenderweise keine Fragen zu beantworten, die im Interesse eines praxeologischen Fokus liegen – nämlich solche, die sich der Anbindung der Filmpraxis an die eigene Alltagspraxis widmen.

Ein dritter und letzter theoretischer Zugang, die Cultural Studies, vereint eine Vielzahl von vergleichsweise unterschiedlichen Ansätzen zur Diskurs- und Aneignungsforschung. Ihnen gemein ist zum Einen, dass sie Interaktionssysteme und die Kontexteinflüsse darauf fokussieren. Zum Anderen lassen sie sich durch eine ideologiekritische Grundhaltung kennzeichnen: In einer Weiterentwicklung von Stuart Halls Modell von „decoding“ und „encoding“ wird die Annahme getroffen, dass sich die Lesart medialer Produkte je nach Klassenzugehörigkeit unterscheidet, und sich dominant-hegemonial, ausgehandelt oder oppositionell ausprägen kann. Insbesondere die letzte, widerständige Art des Medienkonsums ist es, die bei den Arbeiten der Cultural Studies besonders intensiv erforscht wird, da der Konsum von Filmen oder anderen Medien vorrangig als Mittel interpretiert wird, Differenz darzustellen oder zu bewältigen. Diese beiden Ausgangspunkte ziehen zwei methodologische Vorgehensweisen nach sich: eine ethnografische Untersuchung der Aneignung in konkreten Kontexten sowie eine semiotisch-strukturalistische bzw. diskursanalytische Textanalyse der Produkte. Diskursanalyse ist dann auch auf der Suche nach den ideologischen Bestandteilen der Medien zum Einen, den darin enthaltenen Brüchen bzw. den Möglichkeiten alternativer Lesarten zum Anderen. Damit eng verknüpft stellen die Ansätze der Cultural Studies die Idee eines „aktiven Zuschauers“ (ebd., 82) in das Zentrum, der sich die medialen Inhalte auf diese oder jene Art und Weise aneignet. Hierbei gerät dann auch der Kontext der Medienrezeption in den Blick, dessen Bedeutung für die Verarbeitung der Inhalte wichtig erscheint und die Forderung nach qualitativer Forschung nach sich zieht.

Aus der Sicht der praxeologischen Rezeptions- und Aneignungsforschung gerät hier der Kontext ebenso hinreichend ins Bewusstsein wie der sozial-interaktive Prozess der Bedeutungsaushandlung – dabei verloren geht aber die Wahrnehmung der ebenso entscheidenden habituellen Tiefenstrukturen des Wissens (Bourdieus Habitus, Mannheims konjunktives Wissen), die ebenso Auswirkungen auf Medienrezeption zeitigen. Eine Folge dessen ist auch, dass der Aneignungsbegriff „kaum differenzierungsfähig ist und schließlich inflationär gebraucht wird“ (ebd., 96): Jede Konstruktion von Bedeutung gerät zu Aneignung, Aneignung und Rezeption werden bedeutungsgleich, und könnten ebenso gut als Interpretation oder Deutung benannt werden. Den Begriff der Aneignung versucht die praxeologischen Rezeptions- und Aneignungsforschung zu schärfen.

Praxeologische Wissenssoziologie

Stellen sich Fragen nach dem Zusammenspiel von Medienprodukt und Rezipient, kann dies mit dem hier besprochenen Ansatz untersucht werden. Dieser begründet sich vor allem auf der Wissenssoziologie nach Mannheim. Ein zentraler Punkt dabei ist der verwendete Praxisbegriff: Hier muss gleichzeitig mit der von den Cultural Studies so beachteten Unberechenbarkeit sozialer Praktiken auch deren Routinisiertheit und Stabilität in den Blick geraten: „Wenngleich also die situationsspezifische Bedeutung jeglicher Unterscheidungen erst durch ihren sozialen Gebrauch in der Praxis konstituiert wird, so sind gewisse Unterscheidungsweisen […] in einem solchen Maße habitualisiert, dass geradezu kein anderer Vollzug des Gebrauchs als auf die gewohnte Weise denkbar erscheint und die Bedeutung selbstverständlich […] ist“ (ebd., 108). Die Theorie eines fragmentierten Subjektes in der (Post-)Moderne muss also ergänzt werden um den Hinweis auf die Routinisiertheit und (relative) Stabilität impliziter Erfahrungs- und Wissensstrukturen. Darüber hinaus ist das Subjekt aus Sicht der Wissenssoziologie nicht nur als fragmentiert auf dem Weg der Auflösung zu begreifen, sondern kann über die Eingliederung in Vergesellschaftungs- und Vergemeinschaftungsprozesse sowie Milieus wieder neu gefasst werden. Dabei wird Wissen erworben und inkorporiert, dass auf subtile, implizite Art und Weise die Alltagspraxis prägt: Das Subjekt ist noch fragmentiert, aber das einfach durch eine plurale Zuordnung zu verschiedenen Milieus und Denkstilen; anstelle von Distinktion stellt hierbei Konjunktion den Ausgangspunkt des Ansatzes dar: Im Sinne Mannheims sind es konjunktive Erfahrungsräume, die zwischen ihren Mitgliedern eine gemeinsame Weltanschauung, gemeinsame Sprache und so eine geteilte Bedeutungswelt herstellen. Hier wird auch die Mannheimsche Unterscheidung zwischen Verstehen und Interpretieren wichtig: Während Verstehen einen vorreflexiven Vorgang beschreibt, der quasi automatisiert in einem vertrauten Kontext agieren kann, müssen Menschen in anderen, fremderen Kontexten interpretieren – das heißt, auf theoretisch explizierbares Wissen zurückgreifen. Das fraglos gegebene Wissen ist es dann auch, das mit Bourdieus Konzept des Habitus in Verbindung gebracht werden kann: Ebenso wie die Orientierungsrahmen im Sinne der praxeologischen Wissenssoziologie leitet dieser nicht intentional das Handeln an, sondern zieht seine Wirkmächtigkeit gerade aus seinem präreflexiven Charakter. Ebenso können beide zwar durch gewisse Situationskonstellationen einer Transformation unterzogen werden, unterliegen grundsätzlich aber eher gewissen Trägheit und tendieren zur Reproduktion bestehender Strukturen. Bohnsack differenziert das Orientierungswissen allerdings noch einmal aus: Einerseits in das implizite Wissen, das anhand von Interviews oder Gruppendiskussion rekonstruiert werden kann, andererseits in das inkorporierte Wissen, das im Medienprodukt selbst untersucht werden kann, um das implizite Wissens, das den Rezipienten nicht reflexiv verfügbar ist, explizieren zu können.

Praxeologisches Erkenntnisinteresse richtet sich auf die „Interaktion konjunktiver Erfahrungs- und Wissensstrukturen mit Filmen“ sowie „die Herstellung eines Passungsverhältnisses zwischen einer filmisch dargestellten Praxis und der eigenen Praxis bzw. der darin entwickelten Orientierungen“ (ebd., 124). In Bezug auf andere Mediensorten (etwa Fotografien) hat sich bereits gezeigt, dass Medien in gelebte Praxis eingebunden werden. Aneignung nach Bohnsack basiert auf der „Chance von Kongruenzen zwischen den konjunktiven Erfahrungsräumen der Medienproduzent(inn)en einerseits und der Rezipient(inn)en andererseits. Diese Kongruenzen bewegen sich auf der Ebene eines handlungsleitendes […] (Erfahrungs-)Wissens, welches weitgehend implizit oder atheoretisch bleibt. Eine Aneignung setzt ein Verstehen voraus, d.h., Aneignung ist dann möglich, wenn es den Rezipient(inn)en gelingt, mit ihrem eigenen konjunktiven Erfahrungswissen an das medial vermittelte Wissen anzuschließen [...]“ (Bohnsack 2009, zit. nach Geimer 2010, 125). Von Aneignung spricht Geimer mit Bohnsack (und im Gegensatz zu anderen Ansätzen wie den Cultural Studies) erst dann, wenn sich die Rezeption nicht auf einer Ebene des Interpretierens, sondern eines (Mannheimschens) Verstehens bewegt, also auf ein sehr implizites, atheoretisches und präreflexives Wissen zurückgreift.

Anmerkungen zur Übertragung des Ansatzes zur Forschung im WWW

Meiner Meinung nach zentral bei der Übertragung dieses Ansatzes auf Forschungen zu Online-Inhalten ist die Reflexion über Transformationen der Aneignungspraxis. Es ist klar, dass diese je nach Online-Inhalt sehr unterschiedlich ausfallen kann (das Lesen von Blogs erfordert andere Praktiken als die Diskussion in einem Online-Forum oder das Herumstreichen in Second Life) – aber vielleicht lässt es sich am besten so formulieren: Die Palette der medialen Angebote im WWW beinhaltet erst einmal Erweiterungen hinsichtlich der Aneignungsverfahren – insbesondere solche, in der die Erarbeitung einer Anschlussfähigkeit der medialen Inhalte an die Alltagspraxis expliziter und direkt im gleichen Medium eingefordert wird (etwa die Diskussion von Onlineinhalten in Youtube- oder Blog-Kommentaren, Foren oder Mailinglisten). Die Frage nach der Rezeption kann sich also schon deshalb anders stellen, insofern sich bei Teilen der Online-Angebote ganz neue Reaktionsoptionen anbieten als beim Schauen eines Blockbusters oder Betrachten einer Fotografie. Die Unterscheidung zwischen Rezeption und produktiver Aneignung kann damit aber umso sinnvoller in die Forschung zu Online-Angeboten integriert werden: Nicht nur ist die direkte Antwort im Medium möglich, und wird mit ihrer Sichtbarwerdung zu einem vergleichsweise gut zugänglichen Forschungsfeld; auch die Transformation der dort vermittelten Inhalte (und damit einer medial gezeigten Praxis) kann direkt im Medium offenbar und untersucht werden. Der erste Zugang über die Webdiskussionen, in denen die Aushandlung von Inhalt und Alltagspraxis und -deutungen des Subjekts explizit wird, kann also nicht nur einen ersten Einblick auf Aneignungsprozessen geben, sondern auch einen spezifischen Zugang und spezifische Ergebnisse zeitigen. Die Gefahr blinder Flecken ist naheliegenderweise allerdings recht groß, beschränkt man sich ausschließlich auf die Analyse von Online-Diskursen. Diesem Zugang folgt also im Idealfall ein methodischer Zugang, wie ihn die praxeologische Aneignungsforschung bereits für Arbeiten zur Filmrezeption vorschlägt: Der Zugang mittels qualitativ-rekonstruktiver Forschung, etwa in Interviews und Gruppendiskussionen bei einer gleichzeitigen Analyse der rezipierten medialen Inhalte.

 

[1] Zur Darstellung des Ansatzes greife ich neben dem Vortrag auf die zugehörige Veröffentlichung des Referentens zurück: Geimer, Alexander: Filmrezeption und Filmaneignung. Eine qualitativ-rekonstruktive Studie über Praktiken der Rezeption bei Jugendlichen. VS, Wiesbaden 2010. Zugl. Dissertation an der Freien Universität Berlin 2009. Ihr sind sowohl die folgenden Zitate entnommen als auch kann in ihr die im Folgenden entwickelte Argumentation nachvollzogen werden.