Archiv: 'Juli 2013'

von s_wauy9x

Der Sri-Kamadchi-Ampal-Tempel von Hamm-Uentrop in Nordrhein-Westfalen ist der größte tamilisch, dravidische Tempel Europas und der zweitgrößte hinduistische Tempel Europas nach dem im nordindischen Nagara-Stil errichteten Neasden-Tempel in Großbritannien. Er ist der einzige Tempel der gütigen Muttergöttin Kamakshi (“die Liebesäugige, Lustäugige, die die Wünsche von den Augen Ablesende”) außerhalb Indiens. Er befindet sich direkt im Ruhrpott in einem Industriegebiet. In der Gemeinde leben insgesamt 3000 Tamilen und in Deutschland ca. 45000. Er wurde allein aus privaten Darlehen und Spenden finanziert und hat insgesamt zwischen 1,5 und 1,7 Millionen Euro gekostet. Bekannt wurde er durch sein jedes Jahr im Mai oder Juni stattfindendes 14-tägiges Tempelfest, dass durch zahlreiche Medienberichte Schlagzeilen gemacht und die öffentliche Aufmerksamkeit erregt hat. Es wird jedes Jahr von circa 30000 Besuchern besucht, wobei davon ein Viertel Schaulustige sind. Dabei steigt die Besucherzahl von Jahr zu Jahr an. So ist der Tempel zu einer großen Pilgerstädte für Gläubige nicht nur aus Deutschland, sondern ganz Europa geworden. Der Tempel wurde 2002 fertiggestellt und geweiht und ist eng mit dem Wirken seines Priesters und Gründers Sri Amurugam Pascarankurrukal verbunden.

In Deutschland sollen circa 50 Hindutempel existieren, die meisten davon im Ruhrgebiet. Daneben gibt es in Hamm noch den Ganesha- und den Karrtikeya-Tempel. Beide Gottheiten, Söhne des Shiva, sowie 200 weitere Götter haben auch im Kamakshi-Tempel eigene Götterbilder. In Vorbild und Stil richtet er sich eng an den südindischen Kanchikamakshi-Tempel in Kanchipuram im Bundesstaat Tamil Nadu. Der Tempel wird seit seiner Eröffnung täglich von circa 300 Menschen besucht. Derzeit plant der Tempelpriester, Guru und Ritualexperte Sri Pascaran auch den Bau eines Kulturzentrums, mit Fortbildungen, Bibliothek und kleinem Museum, für die er eigens auf Spendensuche geht. Dieses soll die Integration der Tamilen weiter erleichtern und zudem den interkulturellen Austausch fördern (http://www.kamadchi-ampal.de/).

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von Mario Dentice

Die perfekte Frau sollte…

Wie endet dieser Satz? Vielleicht gar nicht, da es so etwas wie die perfekte Frau nicht gibt? Es kann angenommen werden, dass jeder Mensch eigene Vorstellungen von Vollkommenheit besitzt, von der vollkommenen Beziehung, von vollkommener Schönheit, vollkommenem Glück. Schwierig zu sagen ist für mich bereits, wie meine individuelle Idee von Vollkommenheit aussehen mag, ich kann es nicht. Wie kann dann von einem kollektiven Ideal in einer Kulturgemeinschaft ausgegangen werden? Gleich es oberflächlich betrachtet Geschmackssache sein mag, was wir als erstrebenswert erachten und was nicht, so lässt ein weiter Blick auf eine gesellschaftliche Öffentlichkeit vermuten, dass es scheinbar doch einen gewissen Konsens über einige als gut erachtete Normen und Werte zu geben scheint. Messskalen wie der Body-Mass-Index oder der Schufawert geben Hinweise darauf. Der Einstieg in diesen Artikel verrät schon, dass sich dieser Text mit Vorstellungen von weiblichen Idealen befasst. Idealvorstellungen, deren Existenz kaum zu leugnen sein mag, die aber gut und gerne in Frage gestellt werden dürfen. Genau das tut Nina Paley in ihrem hausanimierten Film “Sita sings the Blues“. Artikel komplett lesen…