Kategorie: 'hinduismus-buddhismus-asien2011'

Sowohl der Buddhismus als auch der Hinduismus kamen vermutlich etwa im 4./5.  Jh. n. Chr. aufgrund des verstärkten Seehandels zwischen Indien und China nach Indonesien. Sie wurden auf Java nicht direkt übernommen, sondern an die lokalen Bedürfnisse angepasst. Die wenigen vorhandenen Quellen dieser Frühzeit beziehen sich jedoch hauptsächlich auf die Staatsreligion, so dass weitgehend unklar bleibt, welche religiösen Formen im Alltag des Volkes praktiziert wurden.

Die Ausbreitung des Buddhismus wurde vor allem von buddhistischen Mönchen vorangetrieben. Diese hatten ihre Lehre schon vor dem 5.  Jh. n. Chr. entlang der Landhandelswege, die sich vom mediterranen Raum bis nach Zentralasien und China ausdehnten, verbreitet. Mit Aufkommen des intensiven Seehandels zwischen Indien und China eröffneten sich für die Mönche neue Reisemöglichkeiten. Aufgrund der wiederkehrenden starken Monsunwinde mussten viele Handelsschiffe auf ihrem Weg für längere Zeit auf Java Halt machen. Der buddhistische Mönch Gunavarman bekehrte bei einem seiner Aufenthalte auf der Insel im frühen 5.  Jh.  n. Chr. einen javanesischen König. Zudem passierten viele buddhistische Pilger auf ihrer Reise von China zu den buddistischen heiligen Stätten in Indien die Insel und beeinflussten die dortige Ausbreitung der Religion weiter.

Weniger deutlich nachzuvollziehen sind die Anfänge des Hinduismus auf Java. Frühe Quellen zeigen, dass im 4.  Jh.  n. Chr. lokale Stammesführer das im Hinduismus vorgestellte Konzept königlicher Herrschaft attraktiv fanden, was vermutlich damit in Zusammenhang steht, dass sie etwa zur gleichen Zeit versuchten, ihren Machtbereich über die Grenzen des eigenen Stammes hinaus auszudehnen. Hinduistische Herrschaftskonzepte stellten dafür eine Rechtfertigungsmöglichkeit dar. Der erste König, der nachweislich hinduistische Ideen aufgriff, war der Herrscher Purnavarman. Dieser markierte sein Territorium mit Skuplturen seiner Fußabdrücke. In einer dazu gehörenden Inschrift werden diese Fußabdrücke mit denen des Gottes Vishnu verglichen.

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Hinduistische Gottheiten erreichten Japan zusammen mit der Einführung der Lehre des Buddhismus im 6. Jahrhundert und sind wichtiger Bestandteil der religiösen Geschichte Japans. Die Bekannheit hinduistischer Gottheiten in Japan ist vor allem zurückzuführen auf zwei einflussreiche japanische Sekten (Shingon und Tendai), die hinduistische Gottheiten in ihren Tempeln verehrten. Ebenso bedeutsam ist die Honji Suijaku. Diese Hypothese wurde von japanischen Mönchen propagiert und besagt, dass der lokale Pantheon eine Manifestation buddhistischer Gottheiten ist, und diese Gottheiten wiederum sind hinduistischen Ursprungs. Artikel komplett lesen…

Kambodscha ist immer eine Reise wert. Eine Reise nach Kambodscha ist immer auch eine Reise nach Angkor: Tempelanlage, Weltkulturerbe, Nationalheiligtum und Touristenhochburg des Landes. Nicht umsonst fahren jeden Tag Ströme von Bussen in die alte Hauptstadt des Landes. Die faszinierende Metropole vermittelt wahres Indiana-Jones Feeling und ist ein wahres ”Mekka” für Archäologen. Bestimmt hat jeder schon einmal von Angkor gehört, doch was hat es damit genau auf sich?

1. Das alte Kmerreich/Einleitung

Angkor war die Hauptstadt des alten Khmerreiches im Nordwesten von Kambodscha, einer bedeutenden Hochkultur. Sie ist die größte Tempelanlage der Welt und noch heute Pilgerstädte für zahlreiche Buddhisten. Yashovarman der Erste machte Angkor zur Hauptstadt, zum politischen und religiösen Zentrum des Reiches. Er nannte die Stadt Yashodharapura. Die folgenden Könige vergrößerten die Stadt und bauten weitere Tempel, die verschiedenen Hindu-Göttern geweiht waren. Im 13. Jahrhundert hatte Angkor eine Fläche von rund 100 Quadratkilometern und war eine der größten Städte der Welt. Da sie durch Angriffe bedroht wurden, verließen die Kambodschaner um 1430 Angkor und verlegten die Hauptstadt an einen anderen Ort, ins heutige Phnom Penh. Danach blieb ausschließlich Angkor Wat als buddhistische Pilgerstätte erhalten, während die Stadt zerfiel. Erst im 19. Jahrhundert begannen französische Archäologen, sie wieder auszugraben. 1987 begannen die Restaurierungsarbeiten. 1997 wurde Angkor nach langen Kriegszeiten wieder für den Tourismus zugänglich gemacht.

Die Khmer stellen die Bevölkerungsmehrheit der kambodschanischen Bevölkerung. Die Khmer zogen um 200 vor Christus aus dem Gebiet des heutigen Thailand in das Mekongdelta hinab. Über Jahrhunderte unterlag ihre Kultur dem Einfluss Indiens. Dieses riesige Reich, dessen Blütezeit zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert war, ist heute für Kunst und Architektur bekannt, so zum Beispiel für den Tempel von Angkor Wat. Als das Königreich seine politische Vormachtstellung in der Region an Thais und Vietnamesen verloren hatte, musste es die Franzosen um Schutz ersuchen, der ihnen 1864 gewährt wurde. 1887 wurde es Teil der Kolonie Französisch-Indochina.

Bevor die roten Khmer landwirtschaftliche Kollektive einführten, lebte die Mehrheit der Bevölkerung als Selbstversorger von Reisbau und Fischfang. Die meisten Khmer sind heute Buddhisten. Die traditionelle Gesellschaft der Khmer bestand aus sechs Klassen: der königlichen Familie; den Brahmanen, welche die königlichen Rituale durchführen; Mönchen, Beamten; Bürgern und Sklaven.  Bevor die berüchtigten revolutionären roten Khmer an die Macht kamen, lebte die Bevölkerung meist in der Nähe der Klöster, die auch großen Einfluss auf das weltliche Leben ausübten. Artikel komplett lesen…