Kategorie: 'netmethods2011'

von Anne-Kathrin Gaida

Beim zweiten NOWETAS Workshop diesen Jahres, „Religionswissenschaft zwischen 0 und 1: Methodische und theoretische Überlegungen zur Internetforschung“ in Bremen hielt Birgit Mersmann, Professorin an der Jacobs University Bremen einen Vortrag über Visual Culture, die theoretischen Hintergründe und Anwendungsfelder. Nachdem Xenia Zeiler in einem vorangegangenen Blogartikel über den Pictorial Turn, W.J.T. Mitchell und seine theoretischen Annahmen beschreibt, wendet sich dieser Artikel nun Nicholas Mirzoeff, Professor für Media, Culture and Communication an der NYC University zu und versucht seine theoretischen Überlegungen zum Feld der Visual Culture zu erfassen.

The Visual Culture Reader

Im Jahr 1998 gab Nicholas Mirzoeff die erste Ausgabe des Visual Culture Reader, einer Sammlung von teilweise grundelegenden Artikeln und Essays zu Visual Culture heraus. Mittlerweile ist das Buch in der zweiten Auflage erschienen und zählt zu den Standartwerken der Disziplin. Im einleitenden Artikel des Readers gibt Mirzoeff eine Definition von Visual Culture und beschreibt die für ihn elementaren theoretischen Zusammenhänge.

Für Mirzoeff beschäftigt sich Visual Culture in erster Linie mit visuellen Ereignissen, die eine Interaktion zwischen dem Betrachter und dem Betrachteten voraussetzen. Dabei gestaltet sich dieses Verhältnis dialektisch insofern, als dass eine Beziehung zwischen dem Betrachter im Moment des Betrachtens und dem vergangenen Moment der Zeit/des Ortes, in und an welchem die Visualisierung entstand, herstellt. Dabei muss in Betracht gezogen werden, dass postmoderne Visualisierungen durch Film und Photographie beliebig reproduzier- und manipulierbar geworden sind, ganz im Gegensatz zu gemalten Bildern, die von einem strengen perspektivischen Aufbau aus dem Betrachter eine starre Repräsentanz der Welt vermitteln und erklären.

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Im September 2011 fand an der Universität Bremen der Workshop “Religionswissenschaft zwischen 0 und 1: Methodische und theoretische Überlegungen zur Internetforschung” statt.  Er wurde vom Institut für Religionswissenschaft der Universität Bremen und der internationalen Jacobs-Universität Bremen  in Zusammenarbeit mit der niederländischen Universität Groningen veranstaltet. Thema des Workshops waren Theorie und Methoden für die Untersuchung digitaler Medien, wobei insbesondere die dafür notwendigen multimethodischen Ansätze im Mittelpunkt standen. Dabei wurden ausgewählte Methoden vorgestellt, um sie dann gemeinsam anwenden und diskutieren zu können. Birgit Mersmann, Professorin of Non-Western and European Art an der Jacobs-University, Bremen, führte in das Feld Visual Culture und seine Ansätze, theoretischen Hintergründe und Methoden ein. In diesem Rahmen stellte sie den Pictorial Turn vor, eingeleitet und entscheidend geformt von W.J.T. Mitchell.

The new power of images

Visual Culture als akademische Disziplin untersucht die kulturelle Konstruktion des Visuellen und von visuellen Erfahrungen in allen Lebensbereichen, auch in Medien und Kunst, vorrangig in der Moderne. Dabei verortet sich Visual Cuture als kulturwissenschaftliche Disziplin. Der Terminus wurde im kunsthistorischen Kontext entwickelt; er erschien zuerst in Michael Baxandalls Painting and Experience in Fifteenth-Century Italy (1972). Andere wichtige frühe Werke mit Ansätzen der Visual Culture sind John Bergers Ways of Seeing (1972) und Laura Mulveys Visual Pleasure and Narrative Cinema (1975).  Als neue eigenständige Wissenschaftsdisziplin etablierte sich Visual Culture in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Diese Entwicklung zur eigenen Disziplin ging einher mit drei prägenden ‘turns’, die ihrerseits zur neu diskutierten und in der Folge neu definierten Macht der Bilder beitrugen:

  1. Pictorial Turn (W.J.T. Mitchell, 1994)
  2. Iconic Turn (Gottfried Boehm, 1994)
  3. Visual Turn (Martin Jay, 2002)

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by Michael Lund

The book “Der Google-Komplex” (Röhle, Theo (2010) Der Google-Komplex Über Macht im Zeitalter des Internets) put a spot on the web as a location with social interaction and as a media that directs and enables discourses that can only establish because of the specifications of its functionalities.

A lot of this specific media are already well established in web and a major part can be categorized as social media. From the point of view of cultural studies the cultural practices and their pattern of social interactions inside these virtual locations are interesting. It exists communities for a specific social-cultural group or for a specific topic or both. Often physical whereabouts aren’t important but the corporate feeling or the engagement for a topic is more relevant. But what happens if different groups meets, for example different groups with different cultural background to work on a common topic lets say a certain sport game? By their traces in the social software influences on each other could be detected. In the case mentioned a group of young girls with Serbian background meet a group of young German students. By analyzing the platform it could be shown that the German students started to modify their nicknames. They observed for example that the Serbian girls add to their name the patronymic by using “-owna” (for example Iwanowna). Some of the German students then started to add “-owna” to their nickname.

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