Schlagwort: 'Bollywood'

20. Juni 2011 von Daniel von Frieling filmabend2011 0

Bollywoods Wunscherfüllendes Juwel

Ursprünglich kann die hinduistische Muttergöttin Santoshi Maa der indischen Region um Jodpur zugeordnet werden¹, bevor sie 1976 mit dem Kinofilm „Jai Santoshi Maa“ nationale Berühmtheit erlangte, an dessen kommerziellen Erfolg eine Neuverfilmung aus dem Jahre 2006 anknüpfte. Hindus bilden die religiöse Mehrheit Indiens, wobei diese im Gegensatz zum monotheistisch geprägten Europa eine Vielzahl von Gottheiten kennen, welchen sie spezifische übernatürliche Kräfte zuordnen. Entsprechend ihrer persönlichen Präferenz huldigen Gläubige auserwählten Gottheiten, in unserem Fall der wunscherfüllenden Santoshi Maa, da sie meinen, von deren göttlichen Fähigkeiten zu profitieren. Die Verehrung der Santoshi Maa ist von einem sogenannten vrata umrahmt, einem rituellen Fasten, bei dem auf sechzehn aufeinanderfolgenden Freitagen keine sauren Speisen verzehrt werden dürfen. Ein zweiter Hauptbestandteil dieses Rituals bildet der von den Beteiligten rezitierte Mythos der Göttin, die katha. Weiterhin dienen geröstete Kichererbsen sowie unraffinierter Zucker als charakteristische Opfergabe des Kultes. Traditionell schließt der sechzehnwöchige  vrata katha Zyklus mit einer Zeremonie, bei der acht Jungen Speisen erhalten, wobei ausdrücklich jedem Angehörigen des Haushalts das Essen saurer Nahrungsmittel untersagt ist. Anderenfalls, so glauben die Teilnehmenden, zeige das gesamte Ritual im Zuge der individuellen Erwartungshaltung keine Wirkung. Artikel komplett lesen…

05. Februar 2011 von ci2f3e hinduism-and-media2010 1

Sita Sings the Blues

Das hinduistische Epos Ramayana ist sicherlich keine Lektüre in der sich die moderne westliche Frau wiederfindet. Zu oft beschämt und verstößt Held Rama seine Frau Sita vollkommen schuldlos – und genauso oft nimmt sie dies stillschweigend und treu ergeben hin. Eine Eigenschaft die sie noch heute zum Idealbild der indischen Ehefrau emporhebt. Selbst als sie am Ende seine Söhne alleine in einer Waldhütte gr0ßzieht, erhebt sie nicht einmal das Wort gegen ihn. Jahrtausende später hat das eine andere Dame für sie übernommen: In Nina Paley’s farbenfrohem und urkomischen Animationswerk “Sita Sings the Blues” bekommt die tragische Heldin eine (nein, eigentlich mehrere) völlig neue Stimmen verliehen.

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27. Januar 2011 von ci2f3e hinduism-and-media2010 0

Lieder über Reis?!

von Anne Hellge

Ein Annäherungsversuch an Bollywood

Endszene. Flughafen. Ein muskulöser Held mit Schlaghose und determiniertem Blick nimmt in Zeitlupe Anlauf und überspringt die Sicherheitsabsperrung. Noch im Sprung ruft er aus tiefster Brust den Namen seiner Geliebten. Die Kamera schwenkt auf sie.

Sie dreht sich um – eine dunkeläugige Schönheit mit wehendem Haar. Ihre Augen werden noch größer, sie schlägt die Hände vor dem Gesicht zusammen, löst sich aus der Menge und rennt auf ihren Helden zu. Sie trifft ihn auf halbem Weg und fällt in seine starken Arme. Die Fluggäste lassen von ihren Gepäckstücken ab und verfallen spontan in Gesang und Tanz – mit ihnen das Terroreinsatzkommando, das den Helden in jeder anderen Welt über den Haufen geschossen hätte noch bevor zum Sprung ansetzt. Aber nicht hier. Denn hier sind wir in Bollywood. “Och nee..” denken nun sicher viele – die anderen dürfen hier weiterlesen. Artikel komplett lesen…