Schlagwort: 'Religionswissenschaft'

von Mario Dentice

Die perfekte Frau sollte…

Wie endet dieser Satz? Vielleicht gar nicht, da es so etwas wie die perfekte Frau nicht gibt? Es kann angenommen werden, dass jeder Mensch eigene Vorstellungen von Vollkommenheit besitzt, von der vollkommenen Beziehung, von vollkommener Schönheit, vollkommenem Glück. Schwierig zu sagen ist für mich bereits, wie meine individuelle Idee von Vollkommenheit aussehen mag, ich kann es nicht. Wie kann dann von einem kollektiven Ideal in einer Kulturgemeinschaft ausgegangen werden? Gleich es oberflächlich betrachtet Geschmackssache sein mag, was wir als erstrebenswert erachten und was nicht, so lässt ein weiter Blick auf eine gesellschaftliche Öffentlichkeit vermuten, dass es scheinbar doch einen gewissen Konsens über einige als gut erachtete Normen und Werte zu geben scheint. Messskalen wie der Body-Mass-Index oder der Schufawert geben Hinweise darauf. Der Einstieg in diesen Artikel verrät schon, dass sich dieser Text mit Vorstellungen von weiblichen Idealen befasst. Idealvorstellungen, deren Existenz kaum zu leugnen sein mag, die aber gut und gerne in Frage gestellt werden dürfen. Genau das tut Nina Paley in ihrem hausanimierten Film “Sita sings the Blues“. Artikel komplett lesen…

von Lisa Vanessa Lamm und Ann-Christin Gerrietzen

Videoportale – Millionen von User besitzen bereits ein Konto von einer solchen Plattform. Sie laden selbstgedrehte Filme ins Netz hoch, wandeln Musikclips- oder Filmausschnitte in internettaugliche Videoformate um und stellen so diese zur Ansicht bzw. zum Herunterladen ins Portal. In den 2000er sind die Videoplattformen immer mehr und mehr populär geworden und werden öfters besucht als andere Websites. Es gibt mittlerweile mehr als 40 Videoportale im Internet. Die meisten unterscheiden sich nur von der Darbietung, dem Userkreis oder den Inhalten. Einige spezialisieren sich auf Dokumentationen oder Musik, andere wiederum auf TV- Serien. Da viele gratis sind, schalten die Anbieter der Plattformen regelmäßig Werbung vor den Filmen.

In einer Onlinestudie vom ZDF und ARD würden Personen ab 14 Jahren befragt, wie oft sie Videoplattformen nutzen. Die Statistik bildet die Nutzung von Videoplattformen zu Nutzung von Videoplattformen im Internet in den Jahren 2007 bis 2011 ab. Im Jahr 2010 nutzten 34 % der Befragten Videoportale im Netz. Youtube gehört mit mehr als täglich 110 Millionen angeklickten Videos zu den meist genutzten Plattformen im Netz. Mit einem Marktanteil von 29% haben es Konkurrenten schwer. MyVideo, Clipfish oder Yahoo Video versuchen eine Alternative zu Youtube zu bieten. Manche möchten sich mit Spezialisierungen aus der großen Masse abheben, andere kopieren eher das Konzept des weltweit größten Anbieters. Doch dieser Blogeintrag ist nicht dazu da über die verschiedene Videoplattformen zu schreiben, sondern soll einen kurzen Einstieg zu unserem eigentlichen Thema bilden. Im Religionsseminar „Weiblichen Figuren in den modernen Massenmedien“ diskutierten wir lange über die Figur der Maria aus Magdala. In unserem Blogeintrag beschäftigen wir uns daher mit dieser Figur im Medienverbund Internet am Beispiel von Videoplattformen.

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Die Analyse der medialer Angebote, ihrer Beschaffenheit und implizit oder explizit vermittelter Inhalte ist ein zentrales Thema der Forschung zu Religion im Internet, das im NOWETAS-Workshop mit verschiedenen Inputs behandelt wurde. Daneben kann aber bei der Arbeit zu “Religionswissenschaft zwischen 0 und 1“ eine weitere Fragestellung relevant werden: die nach der Rezeption und Aneignung der Online-Inhalte durch ihre Nutzer. Unter der Perspektive einer praxeologischen Rezeptions- und Aneignungsforschung stellte Dr. Alexander Geimer eine mögliche Herangehensweise an Forschungsfragen rund um solche Aneignungsprozesse vor. Ich möchte im Folgenden vor allem diesen Ansatz einführend skizzieren. In Ergänzung dazu werde ich abschließend auf die Anwendung dieses Ansatzes bei der Rezeptionsforschung zu Online-Inhalten eingehen und hier einige Punkte aufwerfen, die mir besonders zentral erscheinen. [1]

Praxeologische Rezeptions- und Aneignungsforschung

Welche grundlegenden Ideen beinhaltet das Konzept der praxeologischen Rezeptions- und Aneignungsforschung? Forschungsfeld dieses Ansatzes sind die Prozesse, mit denen sich Menschen mediale Inhalte bzw. ein mediales Angebot aneignen – etwa, wie in den Forschungen des Referenten, Kino-Blockbuster.

Der Fokus auf Filmrezeption

Filme sind allgegenwärtiger Bestandteil unserer Alltagskultur – nicht nur, indem wir sie sehen, sondern auch, indem wir darüber sprechen oder andere Bestandteile unserer Kultur Bezug auf sie nehmen. Nach den Grundfragestellungen der praxeologischen Rezeptions- und Aneignungsforschung interessiert aber nicht der Film als mediales Produkt mit seiner Machart oder seinen Aussagen; im Mittelpunkt steht vielmehr die Bezugnahme von Menschen auf Filme – etwa „Was machen Jugendliche mit Filmen? Was machen Filme mit Jugendlichen? Was lassen Jugendliche durch Filme mit sich machen?“ (Geimer 2010, 16)

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