Schlagwort: 'Religionswissenschaft'


Was passiert, wenn der Mensch stirbt? Was passiert mit den menschlichen Überresten? Ist das Leben nach dem Tod beendet? Ist der Tod vielleicht doch nur der Übergang in eine andere Seinsform?

Ich wage zu behaupten, dass dies die zentralen Fragen sind, die eine Kultur oder eine Religion versuchen muss zu beantworten, in der Vergangenheit, in der Gegenwart, wie auch in der Zukunft. Menschen haben zu jeder Zeit die Erfahrung gemacht, dass sie nicht alles, was in der Welt passiert, erklären können. Der Tod eines Menschen stellt dabei eine ganz entscheidende Erfahrung dar. Eine geliebte Person stirbt und ist damit nicht mehr zugänglich, man kann nicht mehr mit ihr kommunizieren, keine Zeit mehr mit ihr verbringen. Unter Umständen kann dies eine sehr schmerzvolle Erfahrung sein, die der Mensch nicht einfach so akzeptieren kann. Religionen liefern ganz unterschiedliche Ansätze und Bewältigungsstrategien. Ich habe bei außerkirchlichen Bestattungen heutzutage erlebt, dass selbst diese nicht von einer Endgültigkeit des Todes reden können. Selbst weltliche Trauerredner versuchen mit der Aussicht auf ein Wiedersehen Trost zu spenden. Es gibt Menschen, die an eine Wiedergeburt in einem anderen Körper, Tier oder einer Pflanze glauben, andere an einen Himmel und Hölle, andere glauben wiederum an ein Nirwana oder die Erlösung aus dem Leid der Welt. Postmortalitätsvorstellungen können sehr unterschiedlich aussehen, sind abhängig vom kulturellen Kontext und unter anderem können sie einem durchschnittlichen Mitteleuropäer sehr abwegig vorkommen. Im Seminar „Postmortalitätsvorstellungen“ in diesem Sommersemester an der Universität Bremen haben wir versucht, uns verschiedenen Traditionen zu nähern und diese zu verstehen. In diesem Blogeintrag möchte ich nun versuchen, zwei Ansichten gegenüber zu stellen; die der Germanen und die der Kelten. In diesen beiden Volksgruppen treten teilweise die gleichen Phänomene und kleinere Ähnlichkeiten auf, so dass man fast der Ansicht sein könnte, dass es sich um die gleichen Überzeugungen handelt.

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07. Mai 2011 von Kerstin Radde-Antweiler postmortalitaet2011 0

Postmortalitätsvorstellungen

Was kommt nach dem Tod, was ist überhaupt der Tod und wann kann ein Mensch als tot bezeichnet werden. Auf den ersten Blick scheint v. a. die letzte Frage in der heutigen Zeit leicht zu beantworten, wurde doch im Rahmen der Organtransplantationsdebatte der sog. Hirntod als feststehende Todesdefinition in der Medizin eingeführt. Wie sieht es aber in anderen Kulturkreisen aus? Die diversen religiösen Traditionen geben ganz unterschiedliche Antworten auf diese Fragen. Aber auch in Deutschland lassen sich in den gesellschaftlichen Debatten über Themen wie Organtransplantation, Sterbehilfe usw. unterschiedliche Positionen und Vorstellungen ausmachen, die einem einheitlichem Bild – wie es die Einführung der Hirntoddefinition suggeriert – widersprechen: Vgl. beispielsweise die Artikel der FAZ, der TAZ oder  andere. Es wird deutlich, dass Konzeptionen und Vorstellungen von ‚Tod’ und ‚Sterben’ keine Attribute einer conditio humana präsentieren, sondern kulturell und gesellschaftlich konstruiert sind und dynamischen Prozessen unterliegen.

Das Seminar wird sich exemplarisch verschiedenen religiösen Traditionen widmen und diese auf postmortale Vorstellungen befragen. Aber auch in den modernen Massenmedien erfreut sich das Thema „Tod“ mit Serien wie „True Blood“ und „Twilight“ großer Beliebtheit und wird mit in den Untersuchungsbereich einbezogen werden. Artikel komplett lesen…

17. März 2011 von pgrv8u christliches-web2010 1

Diskursanalyse

von Elisa Engelien

Diskursanalyse – ein Begriff der fast Jedem etwas sagt und bei dem Wenige genau wissen, was er wirklich bedeutet. In den Geisteswissenschaften ist er allgegenwärtig und so werde ich in diesem Blog versuchen, ihn verständlich und anwendbar zu machen.

Ich, Elisa Engelien, studiere Religionswissenschaft und Kulturwissenschaft an der Universität Bremen im dritten Semester und widme mich dem Thema der Diskursanalyse im Rahmen des Seminars „Is Online Fellowship Real? Christliche Web 2.0-Anwendungen als religionswissenschaftlicher Gegenstand und religionsgeschichtliche Quelle“.

Diskurs

Um zu verstehen, was der Begriff „Diskursanalyse“ bedeutet und wie man bei der Durchführung dieser vorgeht, muss man zunächst klären, was ein Diskurs überhaupt ist. Was ist es, das man da zu analysieren versucht? Der Diskursbegriff, der in diesem Kontext zugrunde liegt, wurde vor allem von Michel Foucault d(1926-1984) geprägt. Hier hat der Begriff eine weitere Bedeutung als nur die der „Diskussion“, wie es häufig in den Medien und im alltäglichen Sprachgebrauch scheint. Nach Seifert ist ein Diskurs das, „worüber in einer Gesellschaft gesprochen wird, was als Problematik und Thema verhandelt wird und was zur kollektiven Sinnproduktion beiträgt“ (Seifert 1992: 270). Dabei sind bestimmte Machtstrukturen und Interessen einerseits Grundlage des Diskurses und werden andererseits durch diesen erzeugt. Man kann den Diskurs auch in einen historischen Zusammenhang bringen und ihn als einen „Fluss von >sozialen Wissensvorräten< durch die Zeit, der aus der Vergangenheit kommt, die Gegenwart bestimmt und in der Zukunft in (…) modifizierter Form weiterfließt“ (Jäger, 1999: 136), beschreiben.  Richtet man sich nach diesen Definitionen von Diskursen, kann man sich vorstellen, dasseine Analyse dieser ein umfangreiches Unterfangen ist, für das es keine einheitliche Methodik gibt. Zudem gibt es unterschiedliche Arten von Diskursen, die Interdiskurse, sowie die Spezialdiskurse. Artikel komplett lesen…