Schlagwort: 'Ritual'

Banner für den Kurs Hinduistische Tradtionen und Gottheiten in Literatur und Medien im WS 2011/12

von Christoph Rahn

Die mythologische Figur der Göttin Satī (auch bekannt als Dakșayanī) findet Erwähnung in vielen heiligen Texten des Hinduismus. Neben dem wohl bekanntesten indischen Epos, dem Mahābhārata, behandeln vor allem die altindischen Geschichtswerke, die Purānas, den Mythos der treuen Ehegattin Śivas und deren Wirken und tiefgreifendes Empfinden für moralisches Verhalten. So gilt sie – wie nur wenige andere Charaktere in der hinduistischen Literatur – als Sinnbild für Aufrichtigkeit, Mut und Rechtschaffenheit gegenüber sozialer Ungerechtigkeit und patriarchalischer Unterdrückung.

In den Purānas erscheint ihre Geschichte in unterschiedlichster Art und Ausprägung und es gestaltet sich schwierig, ein homogenes Bild zu entwerfen. Ihr Charakter und ihre Handlungsweise zeigen sich ambivalent und in hohem Maße abhängig von geographischen und religionsgeschichtlichen Einflüssen der jeweiligen Erzählung. Dennoch aber lassen sich Parallelen in den Erzählungen feststellen. Vor allem das Kālikāpurāna erweist sich als aussagekräftige Quelle, um wesentliche Charakterzüge Satīs zu skizzieren. Es zeichnet einerseits das Bild einer gefühlvollen und treuen Gefährtin. Auf der anderen Seite aber auch den Charakter einer kraftgeladenen Göttin, die stürmisch agiert und wütend bestraft… Artikel komplett lesen…

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von Christoph Rahn

In the digital age of which we are currently a part, usage of the Internet and World Wide Web has become a central part of people‘s daily lives. Not only are people engaging in activities such as online banking, shopping, dating, and attending college, but now people can also participate in religious ritual by means of the Internet. (Karapanagiotis, Nicole: Vaishnava Cyber-PŪJĀ, S. 179)

Mit Beginn der kommerziellen Phase des Internets (Anfang der 1990er Jahre) eröffneten sich auch für die privaten NutzerInnen unterschiedlichste Möglichkeiten und vielfältigste Angebote im World Wide Web. Beschränkten sich diese in der Anfangszeit vor allem auf die Kommunikation per E-Mail oder die Selbstdarstellung von Firmen oder Privatpersonen, so gewannen im Zuge der New Economy zum Ende des letzten Jahrtausends auch die „Online-Dienstleistungen“ immer mehr an Bedeutung. Bis zum heutigen Tag bot sich den Konsumenten eine immer größere Auswahl verschiedenster Angebote in der virtuellen Welt: so integrieren wir Online-Banking, Online-Shopping, Online-Dating oder das Online-Studium seit nunmehr fast zwei Jahrzehnten bedenkenlos in unseren Alltag.

Wie weit diese Entwicklung bereits fortgeschritten und in welche gesellschaftlichen Bereiche sie mittlerweile vorgedrungen ist, zeigt die jüngste Vergangenheit. Wurden bis dato größtenteils die materiellen Bedürfnisse der NutzerInnen befriedigt, so beweist das Auftauchen sog. „Puja-Ordering Websites“, dass mittlerweile auch immaterielle Bedürfnisse bedient werden können. In diesem Falle ist es dem Kunden möglich, eines der wichtigsten Bestandteile des religiösen Alltags im Hinduismus, die Puja, im Internet zu bestellen. Was zunächst einfach und vielversprechend klingt, bringt allerdings auch eine Reihe von Problemen mit sich, wie der schottische Soziologe Heinz Scheifinger kürzlich feststellte. In seiner Fallstudie „Internet Threats to Hindu Authority: Puja-ordering Websites and the Kalighat temple“ untersuchte er den gesamten Ablauf des Puja-Orderings via Internet am Beispiel des Kalighat-Tempels in Kolkata. Seine spannenden doch zugleich auch bedenklichen Erkenntnisse seien hier in Kürze geschildert… Artikel komplett lesen…


Was passiert, wenn der Mensch stirbt? Was passiert mit den menschlichen Überresten? Ist das Leben nach dem Tod beendet? Ist der Tod vielleicht doch nur der Übergang in eine andere Seinsform?

Ich wage zu behaupten, dass dies die zentralen Fragen sind, die eine Kultur oder eine Religion versuchen muss zu beantworten, in der Vergangenheit, in der Gegenwart, wie auch in der Zukunft. Menschen haben zu jeder Zeit die Erfahrung gemacht, dass sie nicht alles, was in der Welt passiert, erklären können. Der Tod eines Menschen stellt dabei eine ganz entscheidende Erfahrung dar. Eine geliebte Person stirbt und ist damit nicht mehr zugänglich, man kann nicht mehr mit ihr kommunizieren, keine Zeit mehr mit ihr verbringen. Unter Umständen kann dies eine sehr schmerzvolle Erfahrung sein, die der Mensch nicht einfach so akzeptieren kann. Religionen liefern ganz unterschiedliche Ansätze und Bewältigungsstrategien. Ich habe bei außerkirchlichen Bestattungen heutzutage erlebt, dass selbst diese nicht von einer Endgültigkeit des Todes reden können. Selbst weltliche Trauerredner versuchen mit der Aussicht auf ein Wiedersehen Trost zu spenden. Es gibt Menschen, die an eine Wiedergeburt in einem anderen Körper, Tier oder einer Pflanze glauben, andere an einen Himmel und Hölle, andere glauben wiederum an ein Nirwana oder die Erlösung aus dem Leid der Welt. Postmortalitätsvorstellungen können sehr unterschiedlich aussehen, sind abhängig vom kulturellen Kontext und unter anderem können sie einem durchschnittlichen Mitteleuropäer sehr abwegig vorkommen. Im Seminar „Postmortalitätsvorstellungen“ in diesem Sommersemester an der Universität Bremen haben wir versucht, uns verschiedenen Traditionen zu nähern und diese zu verstehen. In diesem Blogeintrag möchte ich nun versuchen, zwei Ansichten gegenüber zu stellen; die der Germanen und die der Kelten. In diesen beiden Volksgruppen treten teilweise die gleichen Phänomene und kleinere Ähnlichkeiten auf, so dass man fast der Ansicht sein könnte, dass es sich um die gleichen Überzeugungen handelt.

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