Schlagwort: 'systemtheoretische Rezeptionsforschung'

Die Analyse der medialer Angebote, ihrer Beschaffenheit und implizit oder explizit vermittelter Inhalte ist ein zentrales Thema der Forschung zu Religion im Internet, das im NOWETAS-Workshop mit verschiedenen Inputs behandelt wurde. Daneben kann aber bei der Arbeit zu “Religionswissenschaft zwischen 0 und 1“ eine weitere Fragestellung relevant werden: die nach der Rezeption und Aneignung der Online-Inhalte durch ihre Nutzer. Unter der Perspektive einer praxeologischen Rezeptions- und Aneignungsforschung stellte Dr. Alexander Geimer eine mögliche Herangehensweise an Forschungsfragen rund um solche Aneignungsprozesse vor. Ich möchte im Folgenden vor allem diesen Ansatz einführend skizzieren. In Ergänzung dazu werde ich abschließend auf die Anwendung dieses Ansatzes bei der Rezeptionsforschung zu Online-Inhalten eingehen und hier einige Punkte aufwerfen, die mir besonders zentral erscheinen. [1]

Praxeologische Rezeptions- und Aneignungsforschung

Welche grundlegenden Ideen beinhaltet das Konzept der praxeologischen Rezeptions- und Aneignungsforschung? Forschungsfeld dieses Ansatzes sind die Prozesse, mit denen sich Menschen mediale Inhalte bzw. ein mediales Angebot aneignen – etwa, wie in den Forschungen des Referenten, Kino-Blockbuster.

Der Fokus auf Filmrezeption

Filme sind allgegenwärtiger Bestandteil unserer Alltagskultur – nicht nur, indem wir sie sehen, sondern auch, indem wir darüber sprechen oder andere Bestandteile unserer Kultur Bezug auf sie nehmen. Nach den Grundfragestellungen der praxeologischen Rezeptions- und Aneignungsforschung interessiert aber nicht der Film als mediales Produkt mit seiner Machart oder seinen Aussagen; im Mittelpunkt steht vielmehr die Bezugnahme von Menschen auf Filme – etwa „Was machen Jugendliche mit Filmen? Was machen Filme mit Jugendlichen? Was lassen Jugendliche durch Filme mit sich machen?“ (Geimer 2010, 16)

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